
Veranstaltungen Weserrenaissance-Museum Schloss Brake
Mittwoch, 20. Mai 2026, 15 Uhr
Was macht ein Denkmal aus – und wie lässt es sich bewahren? Mit diesen Fragen beschäftigen sich zwei Vorträge im Weserrenaissance-Museum Schloss Brake, die im Mai im Rahmen der Sonderausstellung „Liebe oder Last?! Baustelle Denkmal” der Deutschen Stiftung Denkmalschutz stattfinden. Die Veranstaltungen zeigen eindrucksvoll, wie sich traditionelle Denkmalpflege und innovative Ansätze ergänzen.
Am Sonntag, 17. Mai 2026, hält die Mathematikerin Dr. (University of Auckland) Stefanie Hittmeyer vom Fraunhofer-Institut in Lemgo um 15 Uhr einen Vortrag über das Thema „Mit Hammer und KI”. Im Mittelpunkt steht das Projekt „StoneCrackMon”, das die Sicherheits-Prüfung von Steinobjekten z.B. Bildstöcken und Wegekreuzen, revolutionieren könnte. Passend zum Internationalen Museumstag ist der Eintritt frei!
Bislang werden Haarrisse in Steinen meist durch Sichtkontrollen oder akustische Tests erkannt. Ein Hammerschlag, ein geübtes Ohr und viel Erfahrung entscheiden über den Zustand eines Objekts. Das neue System nutzt hingegen Künstliche Intelligenz, um die akustische Signatur von Steinen auszuwerten. Entwickelt wurde das System durch das Fraunhofer Institut auf dem Lemgoer Innovation Campus. Ziel ist es, Schäden objektiv, zuverlässig und effizient zu erkennen. Perspektivisch soll ein tragbares Gerät entstehen, das Messergebnisse direkt auf dem Smartphone sichtbar macht und so die Arbeit von Fachkräften z.B. Steinmetzen erleichtert. Neben der Bildhauerei bietet die Technologie auch Potenzial für Denkmalpflege und Bauwesen.
Nur wenige Tage später, am Mittwoch, 20. Mai 2026, richtet sich um 15 Uhr der Blick auf eine andere, oft unterschätzte Seite des Denkmalbegriffs. In ihrem Vortrag „In Stein gemeißelt? Ausstattung, Sammlung, Erinnerung: Denkmale jenseits des Baudenkmals” zeigt die Historikerin Lisa Bergann vom Fürstlichen Residenzschloss Detmold, dass Denkmale weit über Mauern und Fassaden hinausgehen.
Gerade in Schlössern entfaltet sich historische Bedeutung häufig erst durch das Zusammenspiel von Räumen und Ausstattung: Möbel, Gemälde, Textilien und kunsthandwerkliche Objekte geben Einblick in frühere Lebenswelten und machen Geschichte erfahrbar. Der Vortrag beleuchtet, warum diese Objekte eigenständige Denkmale sind und welche Herausforderungen ihre Erhaltung mit sich bringt – von sensiblen Materialien über Restaurierungsfragen bis hin zur zeitgemäßen Vermittlung.
Gemeinsam verdeutlichen beide Vorträge, wie vielfältig Denkmalpflege heute ist: Sie reicht von hochmoderner KI-Technologie bis hin zur sorgfältigen Bewahrung historischer Raumensembles. Damit eröffnen sie neue Zugänge zum kulturellen Erbe – und zeigen, warum dessen Erhalt auch in Zukunft eine zentrale Aufgabe bleibt.
Zu beiden Vorträgen wird um vorherige Anmeldung gebeten unter Tel. 05261/2502190 oder per E-Mail an kasse@museum-schloss-brake.de. Am 17. Mai ist der Eintritt aufgrund des Internationalen Museumstages frei. Am 20. Mai kostet der Eintritt fünf Euro.
Das erste Foto zeigt (v.l.n.r.): Vorträge voraus! Die Mathematikerin Dr. (University of Auckland) Stefanie Hittmeyer und Astrid Alteheld (beide vom Fraunhofer Institut, Lemgo) freuen sich über die Kooperation mit dem Weserrenaissance-Museum Schloss Brake. Am Internationalen Museumstag (17. Mai) dreht sich um 15 Uhr alles um Künstliche Intelligenz in der Bildhauerei, im Bauwesen und im Denkmalschutz.
Das zweite Foto zeigt: Auch Möbel, Gemälde und Textilien können Denkmale sein. Die Historikerin Lisa Bergann vom Fürstlichen Residenzschloss Detmold berichtet am Mittwoch, 20. Mai, über Ausstattung, Sammlung und Erinnerung.
Sonntag, 31. Mai 2026, 15 Uhr
Streichquartett erwünscht? Dann nichts wie hin ins Weserrenaissance-Museum Schloss Brake. Am Sonntag, 31. Mai, treffen um 15 Uhr zwei außergewöhnliche Werke aufeinander. Das ”Seeberg Quartett” spielt zum einen das Streichquartett Nr. 2 a-Moll op. 13 von Felix Mendelssohn Bartholdy und zum anderen das Streichquartett Nr. 8 c-Moll op. 110 von Dmitri Schostakowitsch. Trotz des zeitlichen Abstands von mehr als hundert Jahren verbindet beide Komponisten die intensive Suche nach persönlichem Ausdruck.
Mendelssohns Quartett entstand 1827, klingt leidenschaftlich, romantisch und poetisch. Es beeindruckt außerdem durch den Einfluss der späten Beethoven-Quartette. Wiederkehrende Motive verleihen dem Werk eine besondere innere Geschlossenheit und Ausdruckskraft.
Schostakowitschs achtes Streichquartett wurde 1960 komponiert und gehört zu den bewegendsten Werken des 20. Jahrhunderts. Geprägt von Kriegserfahrungen und persönlicher Verzweiflung, zieht sich das berühmte DSCH-Motiv – die musikalischen Initialen des Komponisten – durch das gesamte Werk und schafft eine düstere, eindringliche Atmosphäre.
Das ”Seeberg Quartett” besteht aus vier chinesischen Musikerinnen und Musikern. Es spielen Yangchun Zhang (1. Violine), Xinyi Sun (2. Violine), Jingkai Feng (Viola) und Xinyu Liu (Violoncello). Der Name des Quartetts leitet sich von der Herkunft der Mitglieder ab: Zwei Musiker stammen aus Shanghai, dessen Schriftzeichen für „See” enthalten ist. Die anderen beiden kommen aus der Provinz Shanxi, deren Schriftzeichen für „Berg” steht.
Bei diesem Kammerkonzert handelt es sich um eine Kooperation zwischen dem Weserrenaissance-Museum Schloss Brake und dem Landestheater Detmold. Die Besucherinnen und Besucher erwartet ab 14 Uhr und in der Pause ein köstliches Kaffee- und Kuchenangebot.
Tickets gibt es zum Preis von 18 Euro (ermäßigt 9 Euro) im Vorverkauf an der Museumskasse oder unter Tel. 05261-2502190 oder per Mail an: kasse@museum-schloss-brake.de.
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