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Dieselwahn

Man kann es nicht mehr anders bezeichnen, was sich da gerade unter der Rubrik Umweltschutz abspielt. Die ganze Hysterie fokussiert momentan einzig auf den Stickoxide-Wert.

Der Grenzwert liegt bei 40µg/m³. Jedoch gibt es hier auch einen weiteren Grenzwert und zwar den am Arbeitsplatz und der liegt bei 950µg/m³. Das bedeutet, dass die in einigen Städten punktuell gemessenen Überschreitungen, die übrigens bereits etwas abseits der Hauptverkehrsadern schon nicht mehr gegeben sind, sehr viel gefährlicher dargestellt werden, als sie möglicherweise sind.

Ein Arbeiter kann 5 Tage die Woche und 8 Stunden am Tage einem 23-mal höheren Wert ausgesetzt werden. Das ist nicht ganz leicht zu verstehen, zumal sich niemand an den neuralgischen Messpunkten stundenlang aufhalten wird.

Der laut Umweltbundesamt punktuell höchste Wert ist 90µg/m³. Um etwa die gleiche Konzentration zu erlangen, wie der Arbeiter an seinem Arbeitsplatz, müsste man sich also 80 Stunden (am Tag) an diesem Punkt aufhalten. Wir sparen uns hier jeglichen Kommentar. Auch die kurzfristigen Überschreitungen (200 µg/m³ dürfen im Jahr nicht öfter als 18-mal überschritten werden) sind immer noch geringen als der zulässige Grenzwert am Arbeitsplatz.

Es handelt sich bei den Überschreitungen ausschließlich um Messstellen an viel befahrenen Straßen. Mit zunehmender Entfernung nimmt die Stickoxidkonzentration ab. Es ist auch niemals ein ganzes Stadtgebiet betroffen und diese Werte stehen auch nicht grundsätzlich immer an. Das sollte man wissen.

Deutschland ist das Land mit den meisten Messstellen in der EU. Es gibt kein weiteres Land, das so viele Messstellen hat. Meist wird in anderen Ländern auch nicht direkt an den neuralgischen Verkehrspunkt gemessen, sondern etwas abseits. Ob das richtig ist, sei mal dahingestellt, aber ob der aktuelle Dieselwahn diesen blinden Aktionismus rechtfertigt, muss doch arg bezweifelt werden.

25.08.2017 lnn
 
 
 
 

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